| Nachdem wir Kohunlich besichtigt
hatten, machten wir uns weiter in Richtung Hotel welches noch ca. 70 km
entfernt lag. Und wieder ging es durch den Regenwald und durch abgelegene
Dörfer bis unsere Fahrt plötzlich gestoppt wurde. Hatten wir uns verfahren??? Waren wir im Kriegsgebiet??? Ich versteckte mich in Franks Rucksack! Plötzlich war da eine Straßensperre aufgebaut, mit Sandsäcken hinter denen ein Soldat mit MG saß. Vor uns ein LKW, der durchsucht wurde und als die beiden anderen Soldaten mit dem fertig waren, waren wir dran. Einer mit G3 im Anschlag und einer der versucht hat mit uns zu kommunizieren. Wohin wir fahren, wo wir herkommen und dann bitte Kofferraum öffnen. Dort durchsuchten sie dann den Koffer von Jessica. Nachdem sie auf sämtliche Unterhosen und schmutzige Socken getroffen waren, hatten sie wohl genug gesehen, packten alles fein säuberlich wieder ein und versuchten den Koffer wieder im Auto zu verstauen. Man muss sagen, die Soldaten waren dabei immer sehr freundlich und ließen uns dann mit einem netten Adios weiterfahren. Allerdings wirkt das auf einen Mitteleuropäer, der es gewöhnt ist von Deutschland ohne Grenzkontrollen bis Portugal oder Italien zu fahren, doch sehr befremdend, wenn mitten im Land plötzlich eine Militärkontrolle stattfindet. Eine halbe Stunde später erreichten wir dann endlich unser Hotel für diesen Abend, das Chicanná Eco Village Resort, Carr. Federal Escárcega - Chetumal km 144. Dieses war mitten im Regenwald gelegen und auf dem Weg von der Hauptstraße zum Hotel hatten wir dann auch unsere erste Begegnung mit einer für diese Region typischen Spinne mit einem angenehm rot behaartem Körper und einer Größe von etwas mehr als einer Männerhand. Leider war die Spinne aber kamerascheu und ich wollte auch nicht aussteigen und sie suchen. Sehr beunruhigt waren wir als wir dann unsere Behausung für die Nacht sahen, ein Bungalow mit Strohdach - alles sehr schön eingerichtet, aber irgendwie vertrauten wir dem Insektenschutz nicht ganz, was der Besuch von Megaameisen an dem selben Abend noch bestätigen sollte. Zur Sicherheit ließen wir also den "Kammerjäger" der Anlage kommen, der zunächst zaghaft sein Insektenspray versprühte. Erst nachdem Frank die Dose an sich riss und den halben Inhalt versprühte, fühlte ich mich etwas sicherer. Da in der Umgebung auch nichts mehr war, was man am Abend unternehmen konnte, entschieden wir uns im Hotel-Restaurant noch etwas zu essen und früh ins Bett zu gehen um den Geräuschen der Natur zu lauschen. Zu dem Hotel muss man sagen, eine sehr gepflegte Anlage mit einem guten Restaurant. Allerdings waren an diesem Abend nur zwei weitere Bungalows belegt, so dass wir uns die Frage stellten, wie solch eine Anlage überhaupt überleben kann. |
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