3. Tag (Playa del Carmen - Chicanná)

Heute stand die längste Strecke unserer Rundreise bevor und daher scheuchte ich meine beiden Begleiter, Frank und Jessica, wieder früh aus den Betten. Ca. 500 km hatten wir zu bewältigen und heute sollte es auch etwas aus den Touristengebieten heraus gehen. Bis Tulum war alles wie an den Tagen zuvor, danach allerdings begann der Spaß. Endlos lange Straßen durch den Regenwald der Yucatanhalbinsel, nur unterbrochen durch kleine Dörfer, oder sagen wir besser der Ansammlung von kleinen Hütten und den berühmten Topes, die unser Fahrer auch prompt einige Male übersah.

Auf dieser Tour hatte sich aber zwischen Jessica und Frank ein eingespieltes Fahrteam gebildet. Sie sagte ihm die Topes regelmäßig an und ich konnte die Fahrt dann so richtig genießen. Eines fiel uns auf: Waren die Dörfer auch noch so klein und noch so abseits gelegen, irgendwie kam es uns so vor, als seien überall Schulen vorhanden. Dabei waren zu unserer Überraschung auch ständig Kinder in Schuluniformen anzutreffen - keine Ahnung woher die alle kamen und wie die überhaupt zur Schule kommen konnten.

Unser Weg führte uns von Tulum zunächst in Richtung Chetumal, der Landeshauptstadt des Distrikts Quintana Roo. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Lagune von Bacala vorbei, auch die Lagune der 7 Farben genannt, da sie in unterschiedlichen Blautönen schimmert. Laut Reiseführer sollte man dort einen Badestopp einlegen können, was sich allerdings gar nicht als so einfach erwies, da das komplette Ufer anscheinend bebaut war.

Schließlich fragten wir eine Gruppe französischer Touristen, die anscheinend an der Lagune Urlaub machten wo man denn hier baden gehen könne und diese verwiesen uns an deren Hotel, welches direkt an der Lagune gelegen war. Bei diesem Hotel fragten wir dann nach, ob wir bei ihnen baden gehen durften. Die Dame an der Rezeption war sehr freundlich und wir durften den privaten Steg zum Wasser hin benutzen um uns etwas abzukühlen. Allerdings, ehrlich gesagt wissen wir bis heute noch nicht was eine Gruppe von Franzosen dazu bringt in diesem Hotel, das seine beste Zeit hinter sich hatte, den Urlaub zu verbringen. Wir setzten unsere Fahrt auf jeden Fall fort und machten uns zunächst auf in Richtung Chetumal. Hier war dann wieder Leben vorhanden, der berühmt chaotische Straßenverkehr und Nachmittagsstau.

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